Die evangelisch-reformierte Kirche

Die Personalsituation in
den evangelisch-
reformierten Kirchen

 

Die Situation in den evangelisch-reformierten Kirchen1885 reformierte Pfarrer(innen)

Im Jahr 2016 waren in der Schweiz 1885 reformierte Pfarrer(innen) im Gemeindedienst tätig. Der Frauenanteil beträgt ein Drittel. Hinzu kommen rund 439 Pfarrer(innen) in Spezialpfarrämtern (Stand: 2016). Hier liegt der Frauenanteil mit knapp 50% etwas höher. Angaben über die längerfristigen Entwicklungen bei den evangelisch-reformierten Pfarrpersonen liegen nicht vor. Zumindest in den letzten Jahren ist die Zahl der Pfarrer(innen) allerdings immer noch leicht gestiegen, was nicht zuletzt auf eine starke Zunahme der Teilzeittätigkeit zurückzuführen ist.

Die Situation in den evangelisch-reformierten KirchenIn Zunkuft: Personalengpässe

Dass jedoch auch in den evangelisch-reformierten Kirchen der Schweiz in Zukunft eher mit einem Personalmangel gerechnet werden muss, zeigen eine Erhebung aus dem Jahr 2016 der reformierten Arbeitsstelle für die kirchliche Ausbildung im Konkordat über die Zahl der Vikariatsabschlüsse und Prognosen zu den Pensionierungen von Pfarrpersonen bis 2037. Ab 2020 schliesslich dürften die Pensionierungszahlen nochmals stark zunehmen. Gesamtschweizerisch dürfte sich dadurch die Anzahl der benötigten neuen Pfarrpersonen gegenüber heute verstärken, auch wenn davon ausgegangen wird, dass verschiedene Landeskirchen Stellen aufheben, reduzieren oder zusammenlegen werden oder neue Ausbildungsmodelle geschaffen werden (z.B. für Quereinsteigende).

Was macht eine gute Pfarrerin aus?
Dass sie zuhören kann. Das ist für die Kirche im Allgemeinen wichtig. Wenn sie nur noch spricht und nicht zuhört, dann geht das an den Leuten vorbei. Dass sie einerseits hinsteht und auch mal etwas benennt, das nicht richtig läuft, aber sich auch zurücknimmt, weil es nicht nur um die Pfarrperson geht. Es ist heute zum Glück nicht mehr so, dass der Pfarrer hier ist (hebt die Hand über Kopfhöhe) und am meisten zu sagen hat.

Sarah Müller

in: Wie die jüngste Pfarrerin tickt. Jürg Spielmann im Gepräch mit Sarah Müller, Berner Zeitung vom 4.6.2017.

Grafik 4.17: Ordinationen und Pensionierungen in den evangelisch-reformierten Landeskirchen der Deutschschweiz

Anmerkung: Zahlen gemäss der Angaben der einzelnen Kantonalkirchen. Stichtag: 31.12.2016. Annahme: Männer und Frauen werden mit 65 Jahren pensioniert. Annahme: 3/4 der Studienanfänger/innen werden 7 Jahre später ordiniert, QuereinsteigerInnen 4-5 Jahre nach Studienbeginn. 

Das Konkordat für die reformierte Pfarrausbildung hat am 15. Juni grünes Licht für den neuen Master-Studiengang «Quereinstieg in das Pfarramt» (Quest) gegeben. Lehrplan und Studienordnung müssen jetzt noch von den Universitäten bewilligt werden.

ref.ch

Theologie-Quereinsteiger sollen bald einen Master erlangen können, 21.06.2017