Ein Blick über die Landesgrenzen

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ähnliche Entwickungen

 

Ein Blick über die Landesgrenzen

Ähnliche Entwicklungen: Priesterrückgang

Ein Blick in die Nachbarländer der Schweiz zeigt in Bezug auf die Abnahme der Diözesanpriester ähnliche Entwicklungen wie hierzulande, wenn auch die Ausmasse des Rückgangs unterschiedlich sind (Tabelle 4.15). So ging die Zahl der Diözesanpriester in Frankreich seit 1970 um zwei Drittel zurück, in Italien hingegen nur um ein Viertel. In der Schweiz nahm die Zahl der Diözesanpriester zwar weniger stark ab als in Frankreich, übertraf aber den Rückgang in Österreich und Deutschland.

Tabelle 4.15: Entwicklung der Diözesanpriester inkardiniert in einem Bistum der Nachbarländer (1970–2017)

Land19701980199020002010201520162017Veränderung 1970-2015 (%)Veränderung 2000-2015 (%)
Deutschland2047417566159851440512367114331118410880-40-21
Frankreich3791931748254271913513481109231045210011-66-43
Italien4291240110381843558532205303733006329660-26-15
Österreich39953337287425142279214621142089-44-15
Schweiz28772533213417551420126112461219-52-28
Anmerkung: Um eine gemeinsame Datengrundlage für alle Länder zu ermöglichen, wurden die Daten des Annuarium Statisticum Ecclesiae verwendet. Dessen Angaben für die Schweiz weichen aus unbekannten Gründen leicht von jenen der Schweizer Bistümer ab. Die hier verwendeten Daten unterscheiden sich deshalb leicht von denen, die in den Grafiken und Tabellen des vierten Kapitels verwendet wurden. Ähnliche Unterschiede zwischen den Statistiken der nationalen Bischofskonferenzen und dem Annuarium bestehen auch in Österreich und Deutschland. Weiter ist zu beachten, dass bis 1997 das Fürstentum Liechtenstein in die Statistiken der Schweiz integriert wurde, dies seit der Gründung der Erzdiözese jedoch nicht mehr der Fall ist. In den Angaben von Deutschland sind die Diözesanpriester der alten und neuen Bundesländer enthalten. Quelle: Annuarium Statisticum Ecclesiae

Beachtliche Unterschiede
zwischen den Ländern

 

Ein Blick über die Landesgrenzen

Verhältis Neupriester – Todesfälle: beachtliche Unterschiede

Wie in der Schweiz vermögen die Priesterweihen in allen vier Nachbarländern die Todesfälle von Diözesanpriestern seit Längerem nicht zu kompensieren (Grafik 4.18). Auch hier gibt es jedoch grosse Unterschiede zwischen den Ländern. Kamen in Italien im letzten Jahrzehnt auf zehn Todesfälle immerhin fast fünf Neupriester, waren es in Deutschland und Österreich knapp drei und in Frankreich weniger als zwei Neupriester.

Grafik 4.18: Anzahl Priesterweihen von Diözesanpriestern auf zehn Todesfälle in den Nachbarländern (1975–2017)

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche appelliert zum Pfingstfest an die deutschen Bischöfe, die Gemeinden nicht noch länger ausbluten zu lassen und endlich – so wie Papst Franziskus die Bischöfe ermutigt – konkrete Vorschläge für eine zukunftsfähige Pastoral im Vatikan einzureichen. Allein schon der Blick auf seit Jahren sinkenden Zahlen der Priesterweihen macht die desaströse Situation in Deutschland deutlich. Aber auch aus theologischen Gründen ist in der Kirche dringend eine Wende zu neuen pastoralen Formen und Diensten notwendig, wenn die römisch-katholische Kirche in Deutschland nicht immer kleiner und damit auch bedeutungsloser werden soll.

Wir sind Kirche

in: „Bischöfe, lasst die Gemeinden nicht länger ausbluten!“ Wir sind Kirche zu den desaströsen aktuellen Zahlen von Priesterweihen, 2. Juni 2017

Weltweit
Anstieg der Priester- und
Gläubigenzahlen

 

 

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Steigende Priesterzahlen in Lateinamerika, Afrika und Asien

Nicht überall auf der Welt war die Zahl der Priester in den letzten Jahrzehnten rückläufig. Während in Nordamerika und Europa seit 1980 ein Rückgang zu verzeichnen war, wächst die Zahl der Priester in Lateinamerika,  in Afrika und Asien. Weltweit steigt die Zahl der Diözesan-Priester in den letzten Jahre leicht an (2016: 281’831; 2015: 281’514).

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Sehr unterschiedliche Verhältnisse Priester – Anzahl Gläubige in den unterschiedlichen Teilen der Welt

Trotz der grossen Zunahme der Zahl der Priester in einigen Weltregionen darf nicht vergessen werden, dass gleichzeitig aufgrund des grossen Bevölkerungswachstums auch die Katholikenzahl stark gestiegen ist. Wird die Zahl der in einer Region oder einem Staat wohnhaften Priester in Bezug gesetzt mit der Zahl der Katholik(inn)en, so verschieben sich die Relationen (Tabelle 4.16). So ist ein Priester in Afrika immer noch für mehr als das Dreifache, ein Priester in Lateinamerika gar für mehr als das Vierfache an Katholik(inn)en zuständig als ein Priester in Europa oder Nordamerika. Einzig in Asien/Ozeanien ist der Unterschied kleiner.

Tabelle 4.16: Anzahl Katholik(inn)en pro Priester wohnhaft in einer Region oder einem Staat (1990–2017)

LandKatholik(inn)en pro wohnhaftem Priester 1990Katholik(inn)en pro wohnhaftem Priester 2000Katholik(inn)en pro wohnhaftem Priester 2010Katholik(inn)en pro wohnhaftem Priester 2016Katholik(inn)en pro wohnhaftem Priester 2017Veränderung in % (1990-2017)
Afrika4358478649465051504216
Nordamerika1023132116771916194890
Zentralamerika (Festland)75686780660668936987-8
Zentralamerika (Antillen)79298347796074907513-5
Südamerika72767081702372037203-1
Asien25412463226921722157-15
Ozeanien1294165819652216230378
Europa1270134314981617164630
Deutschland1296142314581493153518
Österreich121113431451129212886
Italien971101711811275130635
Frankreich14721847243630603124112
Spanien1209136217261934198264
Niederlande10541384164622232368125
Polen15751348123612261225-22
Irland69482710781230129286
Grossbritannien7218709871120113758
Ungarn2099252126832848290638
Schweiz844101412901512157386
Welt2303257929003130316838
Anmerkung: Quelle: Annuarium Statisticum Ecclesiae

Die Situation der
ständigen Diakone

 

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Steigende Zahl bei ganz unterschiedlichen Ausbildungs- und Anstellungsbedingungen

Die Zahl der ständigen Diakone hat sich in allen Nachbarländern der Schweiz seit 1990 vervielfacht (Tabelle 4.17). Zu beachten ist, dass zwischen dem ständigen Diakonat im Zivilberuf und jenem im Hauptberuf bezüglich Ausbildung und Tätigkeit grosse Unterschiede bestehen. Während in den Deutschschweizer Bistümern fast alle ständigen Diakone eine theologische Hochschulausbildung absolviert haben und als hauptberufliche Seelsorgende tätig sind, arbeiten in Frankreich fast alle ständigen Diakone in einem zivilen Beruf und übernehmen in der Kirche ehrenamtliche Aufgaben. In Deutschland hat die Zahl der ständigen Diakone mit einem Zivilberuf in den letzten zehn Jahren etwa gleich stark zugenommen als die Zahl der hauptberuflich in der Seelsorge tätigen ständigen Diakone. Ihr Verhältnis liegt heute ungefähr bei zwei zu eins.

Tabelle 4.17: Entwicklung der Zahl der ständigen Diakone in den Nachbarländern (1990–20187)

Land1990200020102015201620172018Veränderung (%) 1990 - 2015
Deutschland1469230230323304329633083327125
· Diakon im Hauptberuf55291011521234122512491258124
· Diakon im Zivilberuf917139218802070207120592069126
Frankreich58914992420277426312584371
Italien94923713819313329812887230
Österreich256422625688719712169
Schweiz45128231256257266264469
Anmerkung: Quelle: Deutsche Bischofskonferenz; Comité national du diaconat de la France; Annuarium Statisticum Ecclesiae; Österreichische Bischofskonferenz; Schweizer Bistümer

Die Situation der Laientheolog(inn)en

 

 

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Steigende Zahlen – Einsatzfelder von Diözese zu Diözese unterschiedlich

Laientheolog(inn)en sind in Italien und Frank­reich fast gänzlich unbekannt. Für Österreich liegen keine Vergleichszahlen vor. In Deutsch­land wird bei den hauptamtlichen Laienmitar­beiter(inne)n in der Seelsorge zwischen Gemeinderefe­rent(inn)en und Pastoral­as­sistent(inn)en unterschieden (Tabelle 4.18). Der hauptsächliche Unterschied liegt im Ausbildungsweg und in den Anstellungsbedingungen. Die Einsatzfelder sind jedoch ähnlich, wenn der genaue Einsatz auch von Diözese zu Diözese unterschiedlich ist. Von der Ausbildung her sind die Gemeindereferent(inn)en in etwa mit den Religionspädagog(inn)en in der Schweiz vergleichbar. Beide Kategorien von Laienmitarbeiter(inne)n haben zahlenmässig seit 1990 stark zugenommen, wenn auch der Zuwachs bei den Pastoralassistent(inn)en etwas grösser war. Der Frauenanteil ist bei den Pastoralassistent(inn)en in den letzten zwei Jahrzehnten stetig gestiegen und liegt wie heute bei 45%. Bei den Gemeindereferent(inn)en gibt es seit längerer Zeit viermal mehr Frauen als Männer.

Tabelle 4.18: Entwicklung der Pastoralassistent(inn)en und Gemeindereferent(inn)en der deutschen Bistümer (1990–2018)

Seelsorgende199019952000200520102015201620172018Veränderung 1990-2018 (%)
Pastoralassistent(inn)en154222132742300330713215320032383273112
· Darunter Frauen486699968109912641406140814551495
· Darunter Männer105615141774190418071809179217831778
Frauenanteil0.320.320.350.370.410.440.440.450.46
Gemeindereferent(inn)en36123923435543114481454845374557453726
· Darunter Frauen294031413394335034503574356535713558
· Darunter Männer6727829619611031974972986979
Frauenanteil0.810.80.780.780.770.790.790.780.78
Anmerkung: Quelle: Deutsche Bischofskonferenz