Ein Blick über die Landesgrenzen

Ein Blick über die Landesgrenzen
Weltweite Kirche

Ein Blick über die LandesgrenzenWeltweite Kirche: die katholische Kirche

Von den schätzungsweise gut 7 Milliarden Menschen auf der Welt dürfte ungefähr ein Drittel Anhänger des Christentums sein. Etwa die Hälfte von ihnen, also etwa 15-20% der Weltbevölkerung, sind Katholik(inn)en. Der Schwerpunkt der katholischen Kirche liegt bereits seit längerer Zeit nicht mehr in Europa, sondern in Lateinamerika. Ende 2016 lebte ein gutes Fünftel der Katholik(inn)en in Europa, 1980 war es noch ein Drittel. Der Anteil der lateinamerikanischen Katholik(inn)en blieb hingegen unverändert bei über 40%. Immer mehr Katholik(inn)en sind in Asien und Afrika beheimatet, was auch dem starken Bevölkerungswachstum in diesen Weltregionen geschuldet ist. Der Anteil der asiatischen Katholik(inn)en liegt mittlerweile bei rund 12%, jener der afrikanischen bei 18%.

Grafik 1.30: Anteil der Katholik(inn)en in einer Weltregion am Total der Katholik(inn)en in Prozent (1980–2016)

Ein Blick über die Landesgrenzen
Deutschland

Ein Blick über die LandesgrenzenDie Situation in Deutschland

Die abnehmende Dominanz der beiden grossen christlichen Kirchen zeigt sich nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den Nachbarländern Deutschland und Österreich. Im traditionell konfessionell paritätischen Deutschland gehören mittlerweile weniger als 60% der Bevölkerung der evangelischen oder katholischen Kirche an. Die Konfessionslosen bilden bereits die grösste Gruppe, was auch mit ihrem hohen Anteil in Ostdeutschland zusammenhängt.

Grafik 1.31.1: Zugehörigkeit zur katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland (1960-2016) in Prozent

Anmerkung: Deutschland ab 1990 mit neuen Bundesländern.

«In den vergangenen Jahrzehnten ist der Grad der religiösen Pluralität in den westeuropäischen Gesellschaften dramatisch angestiegen. Während zum Zeitpunkt der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 noch mehr als 95 Prozent der Bevölkerung Mitglied in der evangelischen oder katholischen Kirche waren, gehören ihr heute nur noch rund zwei Drittel an. Die Veränderung der religiösen Landschaft bedeutet für die politischen Entscheidungsträger, für das Rechtssystem, aber auch auf der zivilgesellschaftlichen Ebene eine besondere Herausforderung.»

Prof. Detlef Pollack

in: Religionsforscher gründen «European Academy of Religion», Gastbeitrag auf kath.ch vom 14.06.2017

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Österreich

Ein Blick über die LandesgrenzenSie Situation in Österreich

In Österreich, das Jahrhunderte lang fast ausschliesslich katholisch geprägt war, sind heute noch 58% Mitglied der katholischen Kirche.

Grafik 1.31.2: Zugehörigkeit zur katholischen Kirche in Österreich (1990–2017) in Prozent

Ein Blick über die Landesgrenzen
Kirchenaustritte

Ein Blick über die LandesgrenzenKirchenaustritte in Deuschland und Österreich

Sowohl in Deutschland als auch Österreich haben die Kirchen auch in absoluten Zahlen Mitglieder verloren. In Deutschland beträgt der Rückgang seit 1990 bei der katholischen Kirche rund 16%, in Österreich sogar rund 20%. Mehr noch als auf den Sterbeüberschuss ist der Rückgang auf die hohe Zahl an Kirchenaustritten zurück zu führen. Die Kirchenaustrittsrate ist dabei in der katholischen Kirche in Österreich deutlich höher als in Deutschland. Wie in der Schweiz sind in beiden Ländern die Austritte 2009 und vor allem 2010 stark gestiegen. In Deutschland sind die Kirchenaustritte zwischen den Jahren 2013 und 2014 erneut stark angestiegen, was u.a. auf eine Veränderung im Verfahren des Einzugs von Kirchensteuern zurückzuführen ist.

Ein Blick über die LandesgrenzenKirchenaustritte der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland

In Deutschland sind die Kirchenaustritte bei der evangelischen Kirche – mit Ausnahme des Jahres 2010 – deutlich höher als bei der katholischen Kirche. Der starke Anstieg der evangelischen Kirchenaustritte Anfang der 1990er Jahre ist eine Reaktion auf die Wiedervereinigung, die in Ostdeutschland zur Einführung der Kirchensteuer und in Westdeutschland zur Einführung eines allgemeinen Solidaritätszuschlags führte. Die evangelische Kirche war davon stärker betroffen als die katholische Kirche, da sie in den neuen Bundesländern traditionell stärker verankert war.

Grafik 1.32: Kirchenaustritte pro 1000 Kirchenmitglieder in der katholischen Kirche sowie evangelischen Kirchen in Deutschland und der katholischen Kirche in Österreich (1990–2016)

Anmerkung: Deutschland ab 1990 mit neuen Bundesländern.

Nicht die Kirchensteuern sind in Deutschland hauptsächlich für die Kirchenaustritte verantworlich, sondern mangelndes Interesse an Religion und Glaube. Das haben zwei Umfragen der GfK Marktforschung Nürnberg aus den Jahren 2009 und 2014 ergeben.

katholisch.de

14.11.2015