Kirchenmitgliedschaft

Kirchenmitgliedschaft
Tendenzen werden bestätigt

KirchenmitgliedschaftDie Entwicklung der Kirchenmitgliedschaft in ausgewählten Kantonen

Wo Daten für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen, zeigen sich bei den Mitgliedschaftsdaten dieselben Tendenzen wie bei der Volkszählung. Die beiden grossen öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen haben fast überall an Gewicht gegenüber den anderen Religionsgemeinschaften und den Konfessionslosen verloren. Zu beachten ist auch hier, dass ein Rückgang der Prozentanteile nicht gleichbedeutend sein muss mit einem Mitgliederverlust.

Kanton Baselland

KirchenmitgliedschaftKanton Baselland

Auch die Zahlen aus dem Kanton Baselland bestätigen den allgemeinen Trend. Während die beiden Grosskirchen tendenziell Mitglieder verlieren, steigt die Anzahl der Konfessionslosen an.

Grafik 1.10.1: Entwicklung der Zahl der Kirchenmitglieder im Kanton Baselland

Kanton Baselstadt

KirchenmitgliedschaftBaselstadt – ein Sonderfall

Der Kanton Basel-Stadt hebt sich in Bezug auf die Religionszugehörigkeit in vielfacher Hinsicht vom Rest der Schweiz ab. Die beiden grossen Landeskirchen haben in Basel-Stadt in den letzten 35 Jahren fast zwei Drittel ihrer Mitglieder verloren. Mehrere Faktoren tragen zu dieser Sonderstellung bei, ohne sie aber restlos erklären zu können. Basel-Stadt ist ein Stadtkanton ohne ländliches Hinterland wie Zürich und sollte deshalb statt mit den anderen Kantonen besser mit den anderen Städten verglichen werden. Möglicherweise haben auch die speziellen Modalitäten der Kirchensteuererhebung einen Einfluss auf die Höhe der Kirchenaustritte in Basel-Stadt.

Grafik 1.10.2: Entwicklung der Zahl der Kirchenmitglieder im Kanton Baselstadt

Anmerkung: Es sind nicht alle Jahre kontinuierlich abgebildet.

Wo sehen die Menschen die Kirche besonders positiv?

Björn Szymanowski: Da gibt es zwei Punkte. Der eine ist das sozial-caritative Engagement der Kirche, der andere Kasualien, also kirchliche Rituale an bestimmten Lebenspunkten. Diese zwei Handlungsfelder werden ganz stark bei der Kirche angefragt. Allerdings hat uns überrascht, dass diese beiden Dimensionen für die Menschen kaum religiös aufgeladen sind. Man schätzt da vor allem die sozio-kulturelle Qualität.

Julia Martin in: Wann Katholiken ihre Kirche noch brauchen. katholisch.de vom 2. August 2017 (Interview mit Björn Szymanowski)

Kanton Zürich
und St. Gallen

KirchenmitgliedschaftKanton Zürich und St. Gallen

Auch in den Kanton Zürich und St. Gallen lassen sich die beschriebenen Trends beobachten, wobei im Kanton Zürich die Zahl der Katholikinnen und Katholiken relativ stabil blieb.

Grafik 1.10.4: Entwicklung der Zahl der Kirchenmitglieder im Kanton Zürich

Anmerkung: Es sind nicht alle Jahre kontinuierlich abgebildet.

Grafik 1.10.5: Entwicklung der Zahl der Kirchenmitglieder im Kanton St. Gallen

Anmerkung: Es sind nicht alle Jahre kontinuierlich abgebildet.

Kirchenmitgliedschaft nach Kantonen

KirchenmitgliedschaftKirchenmitgliedschaft nach Kantonen

Die untenstehende Tabelle gibt die Veränderung in der Mehrzahl der Kantone in der Schweiz wieder. Dabei werden die Jahre 2015 sowie 2016 und die drei Gruppierungen römisch-katholisch, evangelisch-reformiert sowie andere dargestellt.

Tabelle 1.4: Kirchenmitgliedschaft in der römisch-katholischen und evangelisch-reformierten Kirche nach Kantonen (2017)

Kanton2017: Evang. Bevölk.2017: Kath. Bevölk.2017: Andere (N)2017: Total Bevölk. (N)2017: % kath.2017: % evang.-ref.2017: % andere
AG16655521778328665067098832.524.842.7
AR/AI2406727983192337128339.333.827.0
BE164605866521103112616.0
BL870317291612707628702325.430.344.3
BS271292562314115619390813.214.072.8
FR418332139475929431507467.913.318.8
GE6562922013920948149524944.513.342.3
GL1394913362130384034933.134.632.3
GR66533910514030419788846.033.620.4
JU50000232907329068.231.8
LU4220724767111662840650660.910.428.7
NE52807603556480217796433.929.736.4
NW438528524100604296966.410.223.4
OW29392715574813757572.37.819.9
SG10602822835917029950468645.221.033.7
SH2961517299344378135121.336.442.3
SO ganzer Kt.590658873412363327143232.721.845.5
SO unterer Teil2677112402115079217.8
SZ18556943564438915730160.011.828.2
TG94590860899312227380131.434.534.0
TI600924284310485735370968.71.729.6
UR17202926453153629980.64.714.6
VD21350024770333192679312931.226.941.9
VS200712634845790834146377.25.917.0
ZG17389627504528212542150.013.936.1
ZH432655391416680275150434626.028.845.2
BE-JU-SO615190609866122505650.2
Anmerkung: Zur Berechnung der Anteile der Religionsgemeinschaften wurden die kantonalen Angaben zur Wohnbevölkerung verwendet. Die Definitionen der Wohnbevölkerung können sich dabei leicht unterscheiden. Quelle: Römisch-katholische Körperschaften und evangelisch-reformierte Kirchen der Schweiz; BFS

Der Kirche haftet ein verstaubtes Image an. Wie lässt sich dieses entstauben?

Sarah Müller: Wichtig ist, und das hängt stark mit der Pfarrperson zusammen, dass gewisse Ausdrücke, die man in der Predigt verwendet, erklärt werden. Grosse Worte wie Gnade oder Heiliggeist. Wenn du von der Kanzel herab Hochtheologisches von dir gibst, das du nicht mit dem Leben verknüpfen kannst, «isch das für nüt». Und man muss ein Feuer spüren – und Leidenschaft.

Jürg Spielmann im Gepräch mit Sarah Müller, Wie die jüngste Pfarrerin tickt. Berner Zeitung vom 4.6.2017