Firmungen

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Firmquote

 

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Firmquote: Die Mehrheit lässt sich firmen

Es zeigt sich, dass eine Mehrheit der getauften Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich nach wie vor auch firmen lässt. Besonders hoch ist die Firmquote in den Bistümern Sitten und Lugano sowie in Österreich, wo etwa vier von fünf Getauften auch gefirmt werden. Etwas tiefer ist sie in Zürich und in Deutschland (rund zwei Drittel) und im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg (rund die Hälfte). Wie bei den Erstkommunionen fällt in Frankreich auch die Firmquote deutlich tiefer aus. Nur gerade rund jeder zehnte Getaufte wird später auch gefirmt. Beides sind Anzeichen dafür, wie schwer sich die katholische Kirche in diesem wohl am stärksten säkularisierten Land Westeuropas damit tut, die nächsten Generationen religiös zu sozialisieren.

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Das Pendant zur Firmung: die Konfirmation

Das Pendant zur Firmung in der evangelisch-reformierten Kirche ist die Konfirmation, die meist am Ende der obligatorischen Schulzeit im Alter von 14-15 Jahren stattfindet. Die Zahl der Konfirmanden ist in der Schweiz in den letzten 20 Jahren gesunken. Die Konfirmationsquote blieb jedoch einigermassen stabil und lag in den letzten zehn Jahren durchschnittlich bei über 80%.

Tabelle 3.3: Firmquoten in der Schweiz und den Nachbarländern

Bistum/LandFirmquote Durchschnitt 2004-2016 (%)Firmalter (Ø ungefähr)
Sitten7413
Lugano8614
LGF5515
Kt ZH6916
Deutschland7114
Österreich8414
Frankreich1114
Anmerkung: Anmerkungen: In Frankreich liegen nur die Firmzahlen bis ins Jahr 2015 vor, im Bistum LGF beginnen die Firmzahlen im Jahr 2005, in Zürich im Jahr 2006, während in allen anderen Bistümern und im Ausland die Firmzahlen im Jahr 2004 beginnen. Quelle: Pfarreierhebungen der Bistümer Sitten, Lugano und Lausanne, Genf und Freiburg; Generalvikariat Zürich; Deutsche, Österreichische und Französische Bischofskonferenzen.

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Firmalter

 

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Firmalter – grosse Unterschiede zwischen und innerhalb der Bistümer

Das Alter der Firmlinge wird in den Grafiken 3.11 und 3.12 dargestellt. Dabei erstaunen die grossen Unterschiede zwischen, aber auch innerhalb der Bistümer. Ja sogar die einzelnen Bistumskantone haben sich längst nicht immer auf ein einheitliches Firmalter geeinigt. Im Bistum Sitten findet die Firmung mehrheitlich in der Primar- und Sekundarschule statt, in den beiden Bistümern Lausanne, Genf und Freiburg und Lugano in der Oberstufe. Im Bistum St. Gallen haben hingegen mittlerweile alle Pfarreien auf das Firmalter 18+ umgestellt. In den Bistümern Basel und Chur hat sich bisher kein Firmmodell eindeutig durchgesetzt.

Grafik 3.11: Firmungen 2017 nach Firmalter

Echte Verantwortung und klares Konzept: Beides braucht es, um Jugendliche zur freiwilligen Mitarbeit für den Firmweg zu gewinnen.

Michael Zingg

Jugendseelsorge Zürich, in: Abenteuer Firmweg. Blog vom 26.04.2017

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Spätfirmungen

 

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Mehr Spätfirmungen in den säkularisierteren Gebieten

Interessant sind auch die Unterschiede bei den Spätfirmungen. Während schweizweit nur ein kleiner Teil der Firmlinge 21 Jahre oder älter sind, sind es in den Kantonen Basel-Stadt, Neuenburg,  Waadt und Genf deutlich mehr. Möglicherweise ist es kein Zufall, dass es sich gerade um jene Kantone handelt, in denen der Anteil der Konfessionslosen am höchsten und die Säkularisierung wohl am weitesten fortgeschritten ist. Gerade in diesen Kantonen dürfte es eine besonders hohe Zahl an Personen geben, die in der Kindheit allenfalls noch getauft wurden, aber sonst keine klassische religiöse Sozialisierung mehr erlebt haben. Ein – nach wie vor sehr kleiner – Teil von ihnen dürfte als Erwachsener wieder Zugang zur Kirche finden.

Grafik 3.12: Mehrheitliches Firmalter der Firmlinge nach Kantonen (2017)