Gottesdienste

Gottesdienste
in der kath. Kirche

 

Gottesdienste

Mehr als 5000 Eucharistiefeiern pro Woche

In der Schweiz wird in den Schweizer Pfarreien jede Woche über 5000 Mal Eucharistie gefeiert – davon rund 2’200 Messen allein am Sonntag (inkl. Samstagabend). Hinzu kommen am Sonntag 295 Wortgottesfeiern, welche nicht durch einen Priester, sondern durch Pastoralassistent(inn)en und Diakone geleitet werden (Tabelle 3.8.1). In den meisten Fällen ist mit der Wortgottesfeier auch eine Kommu­nion­spendung verbunden. Wortgottesfeiern ohne Kommunionspendung haben sich bisher als Gottesdienstform bei Abwesenheit eines Priesters zumindest am Sonntag nicht durchsetzen können. Am häufigsten werden Wortgottesdienste in den Bistümern Basel und St. Gallen gefeiert. Praktisch oder ganz inexistent sind Wortgottesfeiern hingegen in den beiden Bistümern Lausanne, Genf und Freiburg und Lugano.

Tabelle 3.8.1: Häufigkeiten der Gottesdienste pro Woche in den Pfarreien der Schweizer Bistümer (Basis: Gottesdienste im Februar 2018)

 SchweizBistum BaselBistum ChurBistum St. GallenBistum SittenBistum LGFBistum Lugano
Sonntagsgottesdienste2475711597197236321414
·  Eucharistiefeiern2126477163552226295414
·  Wortgottesfeiern mit Kommunionspendung29521223379140
·  Wortgottesfeiern ohne Kommunionspendung53221191110
Werktagsgottesdienste3262773301807331474576
·  Eucharistiefeiern2908589253738315436576
·  Wortgottesfeiern mit Kommunionspendung355184486916380
Total Eucharistiefeiern503410664161290541731990
Total Gottesdienste mit Kommunionspendung568414624871396566783990
Anmerkung: Quelle: Pfarreierhebungen der Schweizer Bistümer

Tabelle 3.8.2: Gottesdienste pro Woche in den Pfarreien der Schweizer Bistümer (%) (Basis: Gottesdienste im Februar 2018)

GottesdienstSchweizBistum BaselBistum St. GallenBistum ChurBistum SittenBistum LGFBistum Lugano
Anteil Wortgottesfeiern an Sonntagsgottesdiensten (%)1433178480
Anteil Wortgottesfeiern mit Kommunion an Werktagen (%)1124169580
Anmerkung: Quelle: Pfarreierhebungen der Schweizer Bistümer

Was macht denn eine spannende Predigt aus?
Das ist eine gute Frage. Ich beobachte ja bei mir selbst auch bei Predigten, dass ich entweder aufmerksam bei der Sache bin oder abschweife. Letztlich ist es sehr individuell, ob eine Predigt ankommt oder nicht. Jemand, der in Trauer ist, braucht gewiss etwas anderes als jemand, der sich glücklich fühlt.

Und generell?
Aus meiner Sicht gibt es zwei Punkte: Erstens muss ich mit einem guten Gefühl aus dem Gottesdienst kommen. Damit meine ich, dass ich etwas für mich mitnehmen kann. Und zweitens muss eine Predigt auch Feuer haben. Wenn es wie das Verlesen eines Protokolls klingt, dann fesselt es mich nicht. Über Gestik und Mimik sollte ein gewisser Dialog mit der Zuhörerschaft entstehen.

Thomas Wehrli

Journalist und Gottesdienstkritiker, in: Andreas C. Müller, Horizonte Aargau, 5.6.17,

Gottesdienste
in den Missionen

 

Gottesdienste

In den Missionen: mehr als 450 Eucharistiefeiern pro Woche

In den anderssprachigen Missionen finden jede Woche knapp 450 Eucharistiefeiern statt (Tabelle 3.9). Das sind rund 10% aller Eucharistiefeiern. Im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg, das besonders stark durch Migration geprägt ist, beträgt ihr Anteil gar noch mehr.

Tabelle 3.9: Gottesdienste pro Woche der Sprachmissionen in den Schweizer Bistümern (Basis: Gottesdienste im Februar 2018)

GottesdienstSchweizBaselChurSt.GallenSittenLGFLugano
Eucharistiefeiern4451763496131207
·  Sonntag339136278011806
·  Werktage106407162401
Anteil Eucharistiefeiern der Sprachmissionen an allen Eucharistiefeiern (Pfarreien und Missionen) (%)814872141
Anmerkung: Die Gottesdienstzahlen der Sprachmissionen wurden im Rahmen der Pfarreierhebung erfasst. Sie beruhen also nur in einigen wenigen Fällen direkt von den Sprachmissionen. Quelle: Pfarreierhebungen der Schweizer Bistümer

Der Gottesdienst muss beworben werden! Heute gibt es mindestens so viele religiöse Angebote wie Produkte in der Migros. Da muss man sich zeigen. Ich bin der Überzeugung, dass unsere Gottesdienste, Liturgien, Andachten hervorragend sind. Wir bieten einen Ort, um die Gedanken neu zu sortieren, um das Leben neu zu lesen aus Sicht des Glaubens.

Pfr. Christoph Sigrist

in: «Zwingli war der beste Werber» Tagesanzeiger, Mit Christoph Sigrist sprach Adrian Schräder, 19.04.2017

Verteilung der
Gottesdienste

 

Gottesdienste

Eucharistierfeiern: Dichte ist unterschiedlich

Insgesamt wird in den Schweizer Pfarreien und in den Sprachmissionen pro Woche mehrere Tausend Mal Eucharistie gefeiert, davon über 2000 Mal am Sonntag. Wären die Eucharistiefeiern regelmässig auf die rund 1750 Pfarreien und Sprachmissionen verteilt, würde an jedem Ort wöchentlich mehrmals eine Eucharistiefeier stattfinden. Die Gottesdienstdichte ist allerdings nicht überall gleich hoch. In vielen Pfarreien wird längst nicht mehr an jedem Wochenende Eucharistie gefeiert.

Gottesdienste

Eucharistierfeiern: besondere Dichte im Tessin, Graubünden, Glarus, Obwalden, Wallis und Uri

Die Grafiken 3.19 und 3.20 setzen die Häufigkeit der wöchentlichen Gottesdienste in Beziehung zur Zahl der Kirchenmitglieder (ab 15 Jahren). Dabei zeigen sich zwischen den Bistümern und Kantonen grosse Unterschiede. Während im Bistum Lugano auf 1000 Kirchenmitglieder pro Woche rund 5 Eucharistiefeiern kommen, sind es im Bistum Basel gerade einmal 1.2. Besonders hoch ist die Gottesdienstdichte in den Kantonen Tessin, Graubünden, Glarus, Obwalden, Wallis und Uri, besonders tief hingegen in den Kantonen Baselland, Bern und Aargau. Die grösseren Deutschschweizer Städte weisen mit Ausnahme von St. Gallen eine leicht höhere Gottesdienstdichte aus als die Kantone, zu denen sie gehören. Zum einen haben viele anderssprachige Missionen ihren Sitz in den Städten, zum anderen übernehmen die städtischen Pfarreien oftmals eine gewisse Zentrumsfunktion auch für Kirchenmitglieder aus anderen Kantonsteilen.

Grafik 3.19: Wöchentliche Eucharistiefeiern (Pfarreien und Missionen) pro 1000 Kirchenmitglieder ab 15 Jahren nach Kantonen (Basis: Februar 2018)

Grafik 3.20: Wöchentliche Eucharistiefeiern und Gottesdienste mit Kommunionfeiern pro 1000 Kirchenmitglieder ab 15 Jahren nach Bistümern (Basis: Februar 2018)

Anmerkung: Die Gottesdienste mit Kommunionfeiern umfassen die Eucharistiefeiern und die Wortgottesdienste mit Kommunionspendung.

Deutschland und
Österreich

Gottesdienste

Gottesdienste in Deutschland und Österreich: Rückgang der Gottesdienstbesucher

In Deutschland und Österreich, wo zweimal jährlich an «normalen» Sonntagen die Gottesdienstbesucher gezählt werden, lässt sich der Rückgang des Gottesdienstbesuchs besonders gut aufzeigen (Grafik 3.21). Nahm im Jahr 1950 die Hälfte der Deutschen Katholiken an den Zählsonntagen am Gottesdienst teil, waren es 1975 noch ein Drittel, 1990 ein Fünftel und 2015 etwas mehr als 10%. Damit besuchen pro Woche in Deutschland noch rund 2.3 Millionen Katholiken einen Gottesdienst, was trotz des starken Rückgangs eine beachtliche Zahl darstellt. Auch im nördlichen Nachbarland der Schweiz zeigt sich schliesslich, dass die Mitglieder der evangelischen Kirche seit jeher viel seltener den Gottesdienst besuchen als die Katholiken. 1975 nahmen etwa 5.5% der Evangelischen am Gottesdienst teil. 2015 waren es noch 3.2%.

Grafik 3.21: Gottesdienstteilnehmende pro 100 Kirchenmitglieder an den Zählsonntagen in der römisch-katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland sowie der katholischen Kirche in Österreich

Anmerkung: In der katholischen Kirche in Deutschland werden jeweils am 2. Fastensonntag und am 2. Sonntag im November die Gottesdienstbesucher gezählt, in Österreich am Christ-Königs-Sonntag (Sonntag vor dem 1. Advent) und an einem Sonntag in der Fastenzeit. In der evangelischen Kirche geben die Daten die Gottesdienstteilnehmenden der ersten Sonntage in der Passions- und Adventszeit wieder ohne Berücksichtigung von Kindergottesdiensten. Im Verlaufe der Zeit waren die Zählsonntage leichten Veränderungen unterworfen. Das Ergebnis der katholischen Kirche Österreich von 1980 stammt aus dem Jahr 1981.

In Deutschland besuchen noch zehn Prozent aller Katholiken den Gottesdienst. Was haben Sie dazu herausgefunden?

Szymanowski: Katholiken geben weitaus häufiger an, den Gottesdienst zu besuchen, als sie es tatsächlich tun. Dafür gibt es Erklärungen, zum Bespiel der Wunsch, öfter hinzugehen. Oder er wird noch immer als gesellschaftliche Norm angesehen. Die Rückläufigkeit im Gottesdienst ist aber ganz klar erkennbar.

Julia Martin

in: Wann Katholiken ihre Kirche noch brauchen. katholisch.de vom 2. August 2017 (Interview mit Björn Szymanowski)

Ministrantinnen und
Ministranten

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Ministrantinnen und Ministranten

Tausende von Jungen, Mädchen und junge Erwachsene engagieren sich in der Schweiz als Ministrantin und Ministrant.

Grafik 3.31: Ministrantinnen und Ministranten in der deutschsprachigen Schweiz nach Bistümer (2014-2017)

Grafik 3.32: Verhältnis Ministranten und Oberministranten in ausgewählten deutschsprachigen Kantonen (2017)