Männerorden
starker Rückgang

 

Männerorden

Männerorden mit sinkenden Mitgliedszahlen

Die Männerorden in der Schweiz wiesen Ende 2012 974 Mitglieder auf. Hinzu kommen 93 Ordensleute, die einer anderen Jurisdiktion, angehören (Tabelle 6.1). Bis in die Mitte der 60er Jahre gewannen die Männerorden Mitglieder hinzu, seither ist ein starker Mitgliederrückgang zu verzeichnen (Grafik 6.1). Der heutige Mitgliederstand entspricht nur noch etwa einem Drittel des Höchststandes der Mitgliederzahlen Mitte der 1960er Jahre. Dabei waren die Ordensbrüder etwas stärker vom Rückgang betroffen als die Ordenspriester.

Tabelle 6.1: Mitgliederbestand der Männerorden (2017)

StatusOPODPAKOBNovizenTotalAndere JurisdiktionAlter Ø
Regularkanoniker: Augustiner Chorherren60133269074
Monastische Orden12713684203164
· Benediktiner10411412149165
· Zisterzienser160219037057
· Kartäuser7008217067
Bettelorden1501035112156068
· Franziskanische Orden1191025011822069
·· Kapuziner97104211411772
·· Franziskaner13127023058
·· Konventualen9801018358
· Dominikaner260110284065
· Karmeliter500005047
Regularkleriker: Jesuiten42054051968
Kongregationen / Gesellschaften des apostolischen Lebens221245402813173
Total Männerorden6001418180781910169
Anmerkung: OP=Ordensmitglieder mit Priesterweihe; OD=Ordensmitglieder mit Diakonenweihe; PAK=Priesteramtskandidaten; OB=Ordensbrüder ohne Weihen. Quelle: VOS'USM, KOVOSS'CORISS.

Auch in der Schweiz:
die grossen Orden
sind vertreten

 

Männerorden

Benediktiner, Kapuziner, Dominikaner und Jesuiten

Grafik 6.2 zeigt, wie sich die Ordensgemeinschaften auf die grossen Ordenstraditionen aufteilen. Die Kongregationen und Gesellschaften des apostolischen Lebens bilden mit einem Anteil von 36% den grössten Block. Die mitgliederstärkste Ordensgemeinschaft dieser Gruppe stellt die Missionsgesellschaft Immensee dar. Je etwa ein Viertel der Schweizer Ordensmänner sind Angehörige von Bettelorden oder eines monastischen Klosters. Kleinere Gruppen bilden die Regularkanoniker (8.2%), zu denen die Augustiner Chorherren zählen und die Regularkleriker (6.7%), zu denen die Jesuiten gehören.

Tabelle 6.2: Entwicklung der Ordensmitglieder mit Profess der Männerorden (1980–2017)

Männerorden1980200020122017Veränderung 1980-2017 NettoVeränderung 1980-2017 in %
Regularkanoniker: Augustiner Chorherren1531147969-84-55
Monastische Orden431294236203-228-53
· Benediktiner370237184149-221
· Zisterzienser2235363715
· Kartäuser39221617-22
Bettelorden614363240215-399-65
· Franziskanische Orden552323204182-370
·· Kapuziner502276167141-361
·· Franziskaner223226231
·· Konventualen28151118-10
· Dominikaner55403228-27
· Augustiner7000-7
· Karmeliter00455
Regularkleriker: Jesuiten100536551-49-49
Kongregationen / Gesellschaften des apostolischen Lebens831535346281-550-66
Total Männerorden21291359966819-1310-62
Anmerkung: Die 1973 gegründete Zisterziensergemeinschaft von Orsonnens wurde 2000 erstmals erhoben. Quelle: VOS'USM, KOVOSS'CORISS.

Durchschnittsalter

 

Männerorden

Durchschnittsalter: 70 Jahre

Die Männerorden in der Schweiz weisen ein Durchschnittsalter von rund 70 Jahren auf (Tabelle 6.1). Mit 75 Jahren überdurchschnittlich hoch ist es bei den Kongregationen und Gesellschaften des apostolischen Lebens, mit 64 Jahren vergleichsweise «jung» sind die Gemeinschaften der monastischen Tradition. Besonders tief ist es bei den Zisterziensern (53 Jahre). Das insgesamt hohe Alter der Schweizer Ordensmänner ist ein Spiegelbild der Nachwuchssorgen, die die Gemeinschaften seit Längerem herausfordern. Im Moment befinden sich nur acht Personen im Noviziat. Vier Novizen leben in einem monastischen Kloster, drei gehören zu den Bettel- und einer zum Jesuitenorden.

Grafik 6.1: Entwicklung der Ordensmitglieder mit Profess der Männerorden in der Schweiz (1950–2017)

Die Kapuziner, wie viele andere Ordensgemeinschaften, verzeichnen einen starken Mitgliederrückgang. Es fehlen Neueintritte und immer mehr Ordensmitglieder sind im hohen Alter. Wie der Vorsteher der Schweizer Kapuzinerprovinz, Bruder Agostino Del-Pietro, an der Medienkonferenz vom 10. Mai zur Schliessung des Standortes Brig erklärte, muss der Orden Schwerpunkte setzen: «Unsere Gemeinschaft wird immer kleiner. Es ist erforderlich, dass wir unsere Mitbrüder dort einsetzen, wo wir sie nicht entbehren können.»

Bruder Agostino Del-Pietro

Vorsteher der Schweizer Kapuzinerprovinz, in: Martin Spilker, Kapuziner schliessen Kloster in Brig – ein schmerzhafter Einschnitt, kath.ch, 10.05.2017

Ordensmänner mit Profess

 

Männerorden

Kapuzinerorden nach wie vor der grösste Orden, doch dieser kämpt mit sinkenden Zahlen

An dieser Aufteilung hat sich in den letzten 30 Jahren relativ wenig verändert. Seit 1980 überdurchschnittlich viele Mitglieder verloren haben die Kongregationen und Gesellschaften des apostolischen Lebens sowie die Bettelorden, wobei bei Letzteren vor allem die Kapuziner stark betroffen sind. Diese bilden zwar mit 168 Mitgliedern auch heute noch nach den Benediktinern den grössten Orden in der Schweiz. Vor 30 Jahren gab es allerdings noch mehr als 500 Kapuziner. Nicht alle Ordensgemeinschaften sind gleich stark vom Mitgliederschwund betroffen. So sind zum Beispiel die Jesuiten nach einem starken Rückgang in den letzten Jahren wieder leicht gewachsen. Über relativ stabile Mitgliederzahlen verfügen auch die Zisterzienser und Franziskaner (Tabelle 6.2).

Grafik 6.2: Ordensmänner mit Profess nach Ordensfamilien in Prozent (2017)