Seelsorgende Schweiz

Seelsorgende
in der Schweiz
Vielfalt

 

 

Seelsorgende - Situation in der SchweizVielfalt an kirchlichen Mitarbeitenden

Dass der Rückgang der Diözesanpriester nicht gleichbedeutend sein muss mit einer allgemeinen Abnahme der Zahl der Seelsorgenden, zeigt sich nicht nur an der zunehmenden Attraktivität des ständigen Diakonats, sondern auch an der grossen Zahl an kirchlichen Mitarbeitenden ohne Weihe, die auf vielfältige Weise kirchliche Aufgaben wahrnehmen. Derzeit sind mehr als 2000 Seelsorgende mit einem Universitätsabschluss im Dienst der Schweizer Bistümer tätig (Tabelle 4.7).

Tabelle 4.7: Seelsorgende im Bistumsdienst in den Schweizer Bistümern 2011/12-2017

Seelsorgendeim Bistumsdienst (2011/2012)im Bistumsdienst (2017)Veränderung Seelsorgende im Bistumsdienst (N) (2011/12-2017)  
Diözesanpriester10991017-82
Ordenspriester320289-31
(Ständige) Diakone20021212
Pastoralassistent(inn)en699854155
Total2318237254
Anmerkung: Von einigen Bistümern liegen die Daten von 2011 vor, von anderen von 2012. Quelle: Schweizer Bistümer

Längst sind es nicht mehr allein (die) Faktoren Geld und Titel, die gute Mitarbeiter in einem Unternehmen halten. Gefragt ist eine intelligente Mischung aus Aspekten wie Geld, inhaltlich interessante Arbeit, seriöser und beständiger Arbeitgeber und Work-Life-Balance.

Christine Schrappe

in: Personalentwicklung im Bereich Seelsorgepersonal: ein Schlüsselinstrument zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Kirche, Würzburg, 2012, S. 163.

Seelsorgende
in der Schweiz
Funktion und Entwicklung

 

 

Seelsorgende - Situation in der SchweizDie Mehrheit aller Seelsorgenden arbeiteten in der Pfarrei

Bei knapp der Hälfte von ihnen handelte es sich um Diözesanpriester, 14% waren Ordenspriester, knapp 10% ständige Diakone und 30% waren Pastoralassistent(inn)en, wobei das Verhältnis zwischen den einzelnen Berufsgruppen in den verschiedenen Diözesen unterschiedlich verteilt ist.

Seelsorgende - Situation in der SchweizRückgang bei den Priestern – Zunahme der ständigen Diakone und Pastoralassistent(inn)en

An der Zusammensetzung der Pfarreiseelsorgenden können die grossen Veränderungen, die in den letzten drei Jahrzehnten beim kirchlichen Personal stattgefunden haben, besonders gut veranschaulicht werden. Der Rückgang der in der Pfarreiseelsorge tätigen Diözesanpriester war mit 43% seit 1983 ähnlich gross wie die Abnahme der Zahl der Diözesanpriester insgesamt. Mit knapp 30% etwas geringer fiel der Rückgang bei den in den Pfarreien tätigen Ordenspriestern aus. Parallel zum Rückgang der Zahl der Priester nahm in den letzten 30 Jahren hingegen die Zahl der Pastoralassistent(inn)en und Diakone in der Pfarreiseelsorge stark zu.

Grafik 4.6: Verteilung der Seelsorgenden mit Universitätsabschluss im Dienst der Schweizer Bistümer  in Prozent (2011/12-2017)

Anmerkung: Von einigen Bistümern liegen die Daten von 2011 vor, von anderen von 2012. Vom Bistum Lausanne, Genf und Freiburg liegen keine Daten der Pastoralassistent(inn)en vor, weshalb die Diözese im Jahr 2012 nicht aufgeführt wurde.

Seelsorgende
in der Schweiz

Männer versus Frauen

 

Seelsorgende - Situation in der SchweizMänner werden zu ständigen Diakonen

Interessant sind die Verschiebungen, die in den letzten dreissig Jahren innerhalb der Pfarreiseelsorgenden mit Universitätsabschluss ohne Priesterweihe, also den Pastoralassistent(inn)en und Diakonen stattgefunden haben (Grafik 4.8). Mittlerweile haben sich bereits ein Drittel aller männlichen Theologen, die in der Pfarreiseelsorge arbeiten, aber nicht Priester sind, zum Diakon weihen lassen. Bei den Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen hat sich der Frauenanteil seit 1983 verdoppelt. Die männlichen Pastoralassistenten haben in den letzten Jahren nicht nur anteilsmässig, sondern auch in absoluten Zahlen einen Rückgang erlebt.

Seelsorgende - Situation in der SchweizNachwuchsprobleme auch bei den Nicht-Priestern

Insgesamt scheint nun allmählich auch bei den Pastoralassistent(inn)en und Diakonen das Wachstum an Grenzen zu stossen. Die ersten Pastoralassistent(inn)en und Diakone sind mitt­ler­weile pensioniert und es ist offen, ob der theologische Nachwuchs in Zukunft ausreichen wird, um die Abgänge zu kompensieren. Auf jeden Fall dürfte es in Zukunft nicht mehr so einfach möglich sein, den sich weiter fortsetzenden Priesterrückgang durch andere Seelsorgende mit Universitätsabschluss aufzufangen. Es kommt hinzu, dass ein nicht geringer Teil der Pastoralassistent(inn)en bisher aus Deutschland in die Schweiz gekommen ist. Gemäss einer Statistik des Generalvikariats Zürich hatte im Jahr 2012 rund die Hälfte der im Kanton Zürich tätigen Pastoralassistent(inn)en die deutsche Staatsbürgerschaft. Auch in Deutschland hat die Zahl der Pastoralassistent(inn)en in den letzten Jahren jedoch nur noch leicht zugenommen.

Grafik 4.8: Vergleich der Pastoralassistenten, Pastoralassistentinnen und Diakone im Dienst der Schweizer Bistümer (Total) – Anteile in Prozent (2012-2017)