Theologiestudierende

Theologiestudierende an den theologischen Fakultäten
Vielfältige
Ausbildungsmöglichkeiten

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenKatholische Theologie in Luzern, Fribourg, Chur und Lugano

Wer in der Schweiz katholische Theologie studieren möchte, kann zwischen vier theologischen Ausbildungsstätten wählen. Während die Theologischen Fakultäten in Fribourg und Luzern Teil staatlicher Universitäten sind, handelt es sich bei der Theologischen Hochschule in Chur und der Theologischen Fakultät in Lugano um kirchliche Einrichtungen. Die kleine theologische Schule des Klosters Einsiedeln musste im Sommer 2013 aufgrund der zu geringen Studierendenzahlen ihre Ausbildung vorläufig sistieren.

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenEvangelische Theologie in Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Genf

Auch das Studium der evangelisch-reformier­ten Theologie ist an mehreren Fakultäten möglich. Alle sechs Ausbildungsstätten in Zü­rich, Basel, Bern, Lausanne, Genf sind staatliche universitäre Einrichtun­gen. An der Fakultät in Bern kann neben evan­gelisch-reformierter auch christkatholische Theologie studiert werden.

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenKatholische Theologie: Luzern liegt vor Fribourg (Master), umgekehrt bei den Promotionen

Tabelle 5.1 gibt eine Übersicht über die durchschnittliche Zahl der Theologiestudierenden an den einzelnen Fakultäten in den letzten fünf Jahren. Etwa 23% der Studierenden auf der Stufe Lizentiat/Bachelor/Master studierte in Fribourg, etwa 33% in Luzern und 38% Lugano und 7% in Chur. Bei den Doktoranden beträgt der Anteil von Fribourg rund 48%.

Tabelle 5.1: Studierende der Theologischen Fakultäten nach Studiengängen (Durchschnitt 2013/14–2016/17)

AbschlussFribourgLuzernChurLuganoTotal
Lizentiat/Diplom/Bachelor/Master (N)17624154290761
Doktorat (N)16137647251
Lizentiat/Bachelor/Master (%)52879086
Doktorat (%)48131014
Anmerkung: In Lugano wurden für die Berechnung des Durchschnittswerts die Jahre 2012/13–2014/15 einbezogen. Quelle: Universitätsstatistiken; BFS.

Die Universität Luzern
Theologie

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenLuzern: vielfältiges Angebot

Grafik 5.1 zeigt am Beispiel der Theologischen Fakultät in Luzern gut, wie sich die Studienprogramme in den letzten Jahren vervielfältigt haben. Nicht abgebildet wurden dabei die beiden Nachdiplomstudiengänge «NDS Berufseinführung» und «CAS Partnerschafts-, Ehe- und Familienpastoral». Insgesamt sind die Studierendenzahlen in Luzern in den letzten Jahren gestiegen. Die Zahl der Theologiestudierenden ist hingegen in den letzten Jahren gestiegen. Gleichgeblieben sind in etwa die Zahl der Doktoranden. Der Dritte Bildungsweg, der als berufsorientierter nichtakademischer Studiengang Personen mit erlerntem Beruf ohne Maturitätsausweis den Zugang zum Theologiestudium und zum kirchlichen Dienst ermöglichte, zog in den letzten Jahren hingegen immer weniger Studierende an und wurde im Jahr 2015 geschlossen. Neu wird an der Theologischen Fakultät in Luzern dafür seit dem Herbstsemester 2013 ein Fernstudium in Theologie angeboten .

Grafik 5.1: Studierende der Theologischen Fakultät Luzern nach Studiengängen (1990/91–2015/16)

Die Universität Fribourg
zweisprachig

 

 

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenFribourg: eine zweisprachige Fakultät mit vielen Doktoranden

Für die Theologische Fakultät Fribourg liegt keine ähnlich detaillierte Aufschlüsselung der Studierenden nach Studienprogrammen vor. Dafür reichen die vom Bundesamt für Statistik stammenden Daten bis 1980 zurück (Grafik 5.2). Die Zahl der in Fribourg eingeschriebenen Theologiestudierenden hat seit Beginn der 1990er Jahren abgenommen. Besonders stark war der Rückgang bei den Studierenden, die eine theologische Erstausbildung (Lizentiat/Bachelor/Master) absolvieren. Der Verlust konnte teilweise aufgefangen werden durch eine starke Zunahme der Doktoranden, die mittlerweile beinahe die Hälfte der Studierenden ausmachen. Fribourg ist die einzige katholische Fakultät der Schweiz, in der ein französischsprachiges Theologiestudium möglich ist. Daneben besteht auch eine deutschsprachige Abteilung.

Grafik 5.2: Theologiestudierende der Theologischen Fakultät Fribourg (1980/81–2016/17)

Die theologische
Hochschule Chur &
die theologische Fakultät Lugano

 

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenChur und Lugano

Die Theologische Hochschule Chur hat sich von ihrer Krise in der Mitte der 1990er Jahre weitgehend erholt und weist seither stabile Studierendenzahlen aus (Grafik 5.3). Seit 2003 verfügt die Hochschule auch über ein Promotionsrecht. An der 1993 gegründeten Theologischen Fakultät von Lugano studierten derzeit ca. 270 Theologiestudierende. Langzeitdaten für die einzelnen Studienprogramme liegen für Lugano nicht vor. Die Gesamtzahl der an der Theologischen Fakultät in Lugano eingeschriebenen Studierenden (inkl. Philosophie) ist in den letzten 10 Studienjahren gestiegen.

Grafik 5.3: Theologiestudierende der Theologischen Hochschule Chur (2003/04–2015/16)

Grafik 5.4: Theologiestudierende der Theologischen Fakultät Lugano (2011/12 – 2014/15)

Anmerkung: Master in DiReCom = Master of Arts in Diritto canonico ed ecclesiastico comparato; Master ReTe= Master of Arts in Scienza, filosofia e teologia delle religioni

Frauen- und
Ausländeranteil

 

 

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenFrauenanteil: zw. einem Drittel und der Hälfte

Der Frauenanteil der Theologiestudierenden im Lizentiats-/Bachelor-/Masterstudium lag in den letzten Jahren in Fribourg, Chur und Lugano bei einem Drittel, in Luzern bei der Hälfte. Bei den Doktoranden sind die Unterschiede noch grösser. Während fast die Hälfte der Doktoranden in Luzern Frauen sind, liegt der Frauenanteil in Fribourg, Chur und Lugano deutlich tiefer (Grafik 5.5).

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenAusländeranteil: grosse Unterschiede zwischen den Ausbildungsstätten

Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Fakultäten auch in Bezug auf die Zahl der ausländischen Studierenden. In Fribourg lag der Ausländeranteil der Studierenden deutlich höher als in Luzern.

Grafik 5.5: Frauenanteil der Theologiestudierenden nach Fakultäten und Studienstufen (Durchschnitt: 2013/14-2016/17)

Anmerkung: In Lugano wurden nur die Daten der Studienjahre 2012/13-2013/5 einbezogen.

Studienabschlüsse
Katholische Theologie

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenStudienabschlüsse in Fribourg:  weniger Master – mehr Doktorate

Die Grafiken 5.6.1 und 5.6.2 zeigen die Entwicklung der akademischen Studienabschlüsse in Theologie an den Theologischen Fakultäten in Fribourg und Luzern in den letzten 30 Jahren. Schlossen zu Beginn der 1990er Jahre an den beiden Fakultäten noch jährlich rund 75 Studierende ihre theologische Erstausbildung (Lizentiat/Master) ab, so war es in den letzten Jahren nur noch zwei Drittel. Der Rückgang ist dabei in erster Linie auf eine Abnahme der Studienabschlüsse in Fribourg zurückzuführen, während in Luzern die Abschlüsse sogar leicht stiegen. Stark zugenommen – vor allem in Fribourg – hat seit Beginn der 1990er Jahre hingegen die Zahl der jährlichen Doktoratsabschlüsse.

Grafik 5.6.1: Akademische Studienabschlüsse pro Jahr an den Theologischen Fakultäten in Fribourg und Luzern: Lizentiate/Master (1980–2015)

Grafik 5.6.2: Akademische Studienabschlüsse pro Jahr an den Theologischen Fakultäten in Fribourg und Luzern: Doktorate (1980–2015)

Anmerkung: Die Studierenden des Bereichs «Theologie fächerübergreifend» wurden nicht mit einbezogen. Das BFS weist nur die staatlich anerkannten Studienabschlüsse aus. Nicht einbezogen wurden kirchliche Abschlusszeugnisse (z.B. der Dritte Bildungsweg in Luzern) (Abb. 5.6.1 und 5.6.2).

Studienabschlüsse
Evangelische Theologie

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenTheologiestudierende der evangelisch-reformierten Theologie: schwankend aber stabil

Die Zahl der Studierenden in protestantischer Theologie (Lizentiat/Bachelor/Master) an einer der sechs protestantischen Fakultäten der Schweiz nahm in den 1980er Jahren stark zu, ging in den 1990er Jahren jedoch wieder um mehr als die Hälfte zurück (Grafik 5.7). In den letzten zehn Jahren sind die Studierendenzahlen relativ stabil geblieben. Gegenwärtig befinden sich rund 450 Personen in einer theologischen Erstausbildung. Ähnlich wie bei den katholischen gibt es auch in den protestantischen Fakultäten immer mehr Studierende, die promovieren. Seit 1995 hat sich die Zahl der Doktorierenden mehr als verdoppelt. Die gleichen Entwicklungen wie bei den Studierendenzahlen lassen sich auch bei den Studienabschlüssen beobachten (Grafik 5.8).

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenEvangelische Theologie: immer mehr Frauen

Der Frauenanteil an allen Studierenden in protestantischer Theologie nahm in den letzten 30 Jahren kontinuierlich zu. Beim Anteil der ausländischen Studierenden lassen sich grosse Unterschiede zwischen den Fakultäten beobachten.

Grafik 5.7: Studierende in protestantischer Theologie an den Theologischen Fakultäten in Basel, Zürich, Bern, Genf, Lausanne und Neuenburg (1980–2016)

Anmerkung: Nur Studierende in protestantischer Theologie ohne «Theologie fächerübergreifend». Die theologische Fakultät Neuenburg hat im Sommer 2015 ihre Türen geschlossen.

Grafik 5.8: Akademische Studienabschlüsse in protestantischer Theologie pro Jahr an den Theologischen Fakultäten in Basel, Zürich, Bern, Genf, Lausanne und Neuenburg (1980–2015)

Anmerkung: Es wurden jeweils die Durchschnittswerte pro Jahr der jeweiligen Zeitperioden angegeben. Die Studierenden des Bereichs «Theologie fächerübergreifend» wurden nicht mit einbezogen. Das BFS weist nur die staatlich anerkannten Studienabschlüsse aus.

Studierendenzahlen
im Ausland

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenTheologiestudierende in Deutschland: Zahlen sinken auch hier

Die Zahl der katholischen Theologiestudierenden war in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren mit Schwankungen einigermassen stabil.

 

 

Grafik 5.9: Katholische Theologiestudierende in Deutschland nach adademischem Grad (1993/94–2015/16)

Anmerkung: Ohne Lehramtsstudierende, die die Zahl der Theologiestudierenden deutlich übertreffen. Ein Lehramtsstudium bereitet in erster Linie auf den Beruf des Religionslehrers und der Religionslehrerin vor. Je nach angestrebter Unterrichtsstufe unterscheiden sich Studiendauer, -umfang und -anforderungen. 2015/16 gab es 13‘973 Lehramtsstudierende.