Theologiestudierende

Theologiestudierende
der Bistümer

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenTheologiestudierende der Schweizer Bistümer

Nicht alle Studierenden an den Theologischen Fakultäten der Schweiz absolvieren ihr Studium in Verbindung mit einem Schweizer Bistum. Neben den zahlreichen ausländischen Studierenden sind an den Fakultäten auch Personen eingeschrieben, die nicht die Absicht haben, einen kirchlichen Beruf zu ergreifen. Andere wiederum nehmen erst im Verlaufe des Studiums Kontakt mit einem Schweizer Bistum auf. Die Fakultätsstatistiken sind daher nicht identisch mit den Statistiken der Theologiestudierenden der Schweizer Bistümer. Diese beruhen auf den Angaben der Regenten.

 

 

Grafik 5.10: Theologiestudierende der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten (2001/02–2015/16)

Grosse Unterschiede
zwischen den Bistümern

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenGrosse Unterschiede zwischen den Bistümern

Während sich die Zahl der Bistumsstudierenden der Diözesen Basel, Chur und St. Gallen zwischen 2001 und 2007 nur leicht veränderte, gab es in den letzten Jahren einen Rückgang (Tabelle 5.2). In den Bistümern Sitten und Lugano blieben die Studierendenzahlen hingegen mit Schwankungen insgesamt relativ stabil. Bemerkenswert ist, dass für das kleine Bistum Lugano mittlerweile mehr Personen Theologie studieren als im deutlich grösseren Bistum Chur. Dabei handelt es sich ausschliesslich um Priesteramtskandidaten. Für das Bistum Lugano studieren damit mehr zukünftige Priester als in allen anderen Diözesen der Schweiz zusammen. In allen anderen Bistümern ging die Zahl der Priesteramtskandidaten stark zurück. Studierten 2001/02 noch 48 Priesteramtskandidaten für die Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten, waren es 2011/12-2015/16 durchschnittlich noch 22 Personen.

 

 

Tabelle 5.2: Theologiestudierende der Schweizer Bistümer (2001/02–2015/16)

Seelsorgende2001/20022002/20032003/20042004/20052005/20062006/20072007/20082008/20092009/20102010/20112011/20122012/20132013/142014/152015/16
Bistum Basel8886958710395926970595649505135
Priesteramtskandidaten1716161415151487867865
Laientheologen332934333932352527232422191814
Laientheologinnen384145404948433636282620232716
Bistum Chur534643484743433830322831283636
Priesteramtskandidaten16151315131515139971091614
Laientheologen131517141411121291010118813
Laientheologinnen24161319201716131213111011129
Bistum St. Gallen252718232827251916191516172517
Priesteramtskandidaten665526322211362
Laientheologen91168118997556698
Laientheologinnen10107101513138712998107
Bistum Sitten101068131111131214148223
Priesteramtskandidaten984444465661012
Laientheologen011254443322111
Laientheologinnen111243334565100
Bistum LGF45
Priesteramtskandidaten251110107653554434
Laientheolog(inn)en11
Bistum Lugano313432423632393540333530
Priesteramtskandidaten313432423632393540333530
Laientheolog(inn)en000000000000000
Anmerkung: Quelle: Regenten der Schweizer Bistümer

Grafik 5.11: Theologiestudierende der Schweizer Bistümer im Durchschnitt der Jahre 2011/12–2015/16

Anmerkung: Für das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg liegen nur die Angaben der Priesteramtskandidaten vor, weshalb sie hier nicht aufgeführt werden.

Auslandsstudierende

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenAuslandsstudierende für ein Schweizer Bistum haben deutlich abgenommen

Die Verteilung der Bistumsstudierenden auf die verschiedenen Studienorte hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert (Grafik 5.12). Absolvierten 2001/02 noch fast 40% der Studierenden der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten ihr Studium an der Theologischen Fakultät in Fribourg, so waren es 2015/16 noch 15%. Umgekehrt nahm der Anteil der Theologischen Hochschule in Chur von 6% auf 25% zu. Auch die Theologische Fakultät in Luzern konnte ihren Anteil trotz etwas rückläufiger Studierendenzahlen von 36% auf 45% steigern. Während im Jahr 2001/02 jeder Fünfte im Ausland studierte, sind es im Jahr 2015/16 ca. 15%.

 

Theologiestudierende an den theologischen Fakultäten

An der Uni Luzern für das Bistum Basel, an der TH Chur für das Bistum Chur

Ein Blick auf die einzelnen Bistümer zeigt, dass mittlerweile rund 70% der Studierenden des Bistums Basel ihr Studium in Luzern absolvieren, vor zehn Jahren war es noch weniger als die Hälfte. In der Diözese Chur ist die Theologische Hochschule Chur mit mehr als 80% der Bistumsstudierenden die wichtigste Ausbildungsstätte. Im Bistum St. Gallen, das keine eigene Fakultät besitzt, verteilen sich die Bistumsstudierenden je hälftig auf die Ausbildungsorte Chur und Luzern. In allen drei Bistümern ist die Zahl der Studierenden an der Theologischen Fakultät in Fribourg in den letzten Jahren stark zurückgegangen. In Fribourg studieren hingegen nach wie vor fast alle Studierenden des Bistums Sitten, während jene des Bistums Lugano ihr Studium ausschliesslich an der Theologischen Fakultät in Lugano absolvieren.

 

 

 

Grafik 5.12.1: Verteilung der Theologiestudierenden der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten auf die Theologischen Fakultäten in den Studienjahren 2001/02, 2010/11 und 2015/16

Die Situation in
der Westschweiz

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenDie Situation in der Westschweiz: Universtität Fribourg und IFM

Die Priesteramtskandidaten des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg besuchen mehrheitlich die Theologische Fakultät in Fribourg. Die Mehrzahl der zukünftigen Laienmitarbeitenden des Bistums absolvieren kein universitäres Theologiestudium sondern am Institut romand de Formation aux Ministères (IFM) eine Ausbildung zum Animateur oder zur Animatrice pastoral(e).

 

 

 

Grafik 5.12.2: Verteilung der Theologiestudierenden der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten auf die Theologischen Fakultäten in den Studienjahren 2001/02, 2010/11 und 2015/16

Anmerkung: Im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg absolvierten alle Priesteramtskandidaten ihr Studium an der Universität Fribourg, im Bistum Lugano besuchten alle 40 Theologiestudierenden die Theologische Fakultät in Lugano. Bei den Angaben der Theologischen Fakultät in Luzern sind auch die Studierenden im Dritten Bildungsweg mit eingerechnet (Abb. 5.12.1 und Abb. 5.12.2).

Die pastorale Einführung

 

Theologiestudierende an den theologischen Fakultäten

Die pastorale Einführung nach dem Studium: 1-2 Jahre

Angehende Priester und Laientheolog(inn)en absolvieren nach Abschluss des Theologiestudiums ein bis zwei Einführungsjahre in die Seelsorge. Diese Einführungszeit wird je nach Bistum Pastoraljahr oder Berufseinführung genannt und endet in der Regel mit der Weihe zum Priester bzw. mit der Verleihung der Institutio (Indienstnahme) an die Pastoralassistent(inn)en. Auf eine Unterscheidung zwischen ständigen Diakonen und Pastoralassistenten wurde verzichtet, da diese zum Zeitpunkt der Berufseinführung meist noch nicht eindeutig vorgenommen werden kann. Wer sich zum ständigen Diakon weihen lässt, ist in der Regel nach der Berufseinführung zuerst einige Jahre als Pastoralassistent tätig. Über den Eintritt ins Pastoraljahr bzw. in die Berufseinführung entscheidet der Regens des zuständigen Bistums.

 

 

 

Tabelle 5.3: Teilnehmer(innen) des Pastoraljahrs/der Berufseinführung nach Bistümern (2001/02–2015/16)

Bistum/Seelsorgende2001/20022002/20032003/20042004/20052005/20062006/20072007/20082008/20092009/20102010/20112011/20122012/20132013/20142014/20152015/2016
Bistum Basel1816171215171714121310141178
Priesteramtskandidaten431222240302111
Laientheologen9911879937427434
Laientheologinnen545266675685633
Bistum Chur15161914151511157797897
Priesteramtskandidaten544331443301212
Laientheologen651010105681143341
Laientheologinnen475129133353344
Bistum St. Gallen456023667343455
Priesteramtskandidaten000021010010023
Laientheologen334002523120012
Laientheologinnen122000134213420
Bistum Sitten104031202014201
Priesteramtskandidaten102030002004000
Laientheologen001000100010101
Laientheologinnen001001100000100
Bistum LGF723103021
Priesteramtskandidaten631332022102011
Laientheolog(inn)en101001010
Bistum Lugano666668864436000
Priesteramtskandidaten666668864436000
Laientheolog(inn)en000000000000000
Anmerkung: Im Bistum Basel dauert die Berufseinführung zwei Jahre. Das Bistum St. Gallen stellte 2004/05 ebenfalls auf einen zweijährigen Pastoralkurs um. Deshalb entfielen für dieses Jahr die Abschlüsse. In den beiden Bistümern wurden die Studierenden jeweils im Abschlussjahr gezählt. Bei den Laientheologen wurden auch die zukünftigen ständigen Diakone mitgezählt. Quelle: Regenten der Schweizer Bistümer

Zahlen zur pastoralen
Einführung

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenZahlen zur pastoralen Einführung: weniger Priester, mehr Frauen

In den Studienjahren 2011/12-2015/16 besuchten insgesamt 115 Personen der Diözesen Basel, Chur, St. Gallen und Sitten die Berufseinführung, 2001/02-2005/06 waren es noch 158 Personen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es zwischen den einzelnen Jahren grosse Schwankungen gibt. Analog zur Entwicklung der Zahl der Bistumsstudierenden blieben die Absolvent(inn)en in diesen vier Bistümern zwischen 2001 und 2010 insgesamt relativ stabil, in den letzten Jahren war hingegen ein Rückgang zu verzeichnen.

 

 

 

Theologiestudierende an den theologischen Fakultäten

Im Bistum Lausanne-Genf-Fribourg: fast ausschliesslich Priesteramtskandidaten

Das Pastoraljahr des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg wird fast ausschliesslich von Priesteramtskandidaten besucht. Nur vereinzelt sind Laientheolog(inn)en unter den Absolventen. Dies hat auch damit zu tun, dass die für die Personalanstellung zuständigen Vikariate des Bistums für die Laien die Ausbildung zum Animateur und zur Animatrice pastoral(e) am IFM einem universitären Studium vorziehen. Einige Laientheolog(inn)en arbeiten zudem zuerst ausserhalb der Diözese und kehren später wieder ins Bistum zurück.

 

 

 

Grafik 5.13: Teilnehmer(innen) des Pastoraljahrs/der Berufseinführung in den Bistümern Basel, Chur, St. Gallen und Sitten (2001/02–2005/06, 2006/07-2010/11 und 2011/12-2015/16)

Anmerkung: Laientheologen inklusive zukünftige ständige Diakone.