Theologiestudierende

Theologiestudierende
der Bistümer

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenTheologiestudierende der Schweizer Bistümer

Nicht alle Studierenden an den Theologischen Fakultäten der Schweiz absolvieren ihr Studium in Verbindung mit einem Schweizer Bistum. Neben den zahlreichen ausländischen Studierenden sind an den Fakultäten auch Personen eingeschrieben, die nicht die Absicht haben, einen kirchlichen Beruf zu ergreifen. Andere wiederum nehmen erst im Verlaufe des Studiums Kontakt mit einem Schweizer Bistum auf. Die Fakultätsstatistiken sind daher nicht identisch mit den Statistiken der Theologiestudierenden der Schweizer Bistümer. Diese beruhen auf den Angaben der Regenten.

Grafik 5.10: Theologiestudierende der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten (2001/02–2018/19)

Grosse Unterschiede
zwischen den Bistümern

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenGrosse Unterschiede zwischen den Bistümern

Während sich die Zahl der Bistumsstudierenden der Diözesen Basel, Chur und St. Gallen zwischen 2001 und 2007 nur leicht veränderte, gab es in den letzten Jahren einen Rückgang (Tabelle 5.2). Im Bistum Lugano studieren ausschliesslich Priesteramtskandidaten. In vielen Bistümern ging die Zahl der Priesteramtskandidaten stark zurück. Studierten 2001/02 noch 48 Priesteramtskandidaten für die Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten, waren es 2018/19 noch 27 Personen.

Tabelle 5.2: Theologiestudierende der Schweizer Bistümer (2001/02–2018/19)

Seelsorgende2001/20022002/20032003/20042004/20052005/20062006/20072007/20082008/20092009/20102010/20112011/20122012/20132013/142014/152015/162016/172017/182018/19
Bistum Basel8886958710395926970595649505135383734
Priesteramtskandidaten1716161415151487867865998
Laientheologen3329343339323525272324221918141299
Laientheologinnen384145404948433636282620232716171917
Bistum Chur534643484743433830322831283636364740
Priesteramtskandidaten16151315131515139971091614131913
Laientheologen131517141411121291010118813131313
Laientheologinnen24161319201716131213111011129101514
Bistum St. Gallen252718232827251916191516172517161512
Priesteramtskandidaten665526322211362211
Laientheologen911681189975566981086
Laientheologinnen10107101513138712998107465
Bistum Sitten101068131111131214148223455
Priesteramtskandidaten984444465661012455
Laientheologen011254443322111000
Laientheologinnen111243334565100000
Bistum LGF4514139
Priesteramtskandidaten25111010765355443412119
Laientheolog(inn)en11220
Bistum Lugano313432423632393540333530192122
Priesteramtskandidaten313432423632393540333530192122
Laientheolog(inn)en000000000000000000
Anmerkung: Quelle: Regenten der Schweizer Bistümer

Grafik 5.11: Theologiestudierende der Schweizer Bistümer im Durchschnitt der Jahre 2011/12–2015/16 und 2016/17-2018/19

Anmerkung: Für das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg liegen nur die Angaben der Priesteramtskandidaten vor, weshalb sie hier nicht aufgeführt werden.

Auslandsstudierende

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenAuslandsstudierende für ein Schweizer Bistum haben deutlich abgenommen

Die Verteilung der Bistumsstudierenden auf die verschiedenen Studienorte hat sich in den letzten zwanzig Jahren stark verändert (Grafik 5.12). Absolvierten 2001/02 noch fast 40% der Studierenden der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten ihr Studium an der Theologischen Fakultät in Fribourg, so waren es 2018/19 noch 18%. Umgekehrt nahm der Anteil der Theologischen Hochschule in Chur von 6% auf 26% zu. Auch die Theologische Fakultät in Luzern konnte ihren Anteil trotz etwas rückläufiger Studierendenzahlen von 36% auf 47% steigern. Während im Jahr 2001/02 jeder Fünfte im Ausland studierte, sind es im Jahr 2018/19 ca. 9%.

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenAn der Uni Luzern für das Bistum Basel, an der TH Chur für das Bistum Chur

Ein Blick auf die einzelnen Bistümer zeigt, dass mittlerweile rund 60% der Studierenden des Bistums Basel ihr Studium in Luzern absolvieren, vor rund zwanzig Jahren war es noch weniger als die Hälfte. In der Diözese Chur ist die Theologische Hochschule Chur mit mehr als 50% der Bistumsstudierenden die wichtigste Ausbildungsstätte. Im Bistum St. Gallen, das keine eigene Fakultät besitzt, verteilen sich die Bistumsstudierenden auf alle Ausbildungsorte, an erster Stelle steht Luzern. In allen drei Bistümern ist die Zahl der Studierenden an der Theologischen Fakultät in Fribourg in den letzten Jahren stark zurückgegangen. In Fribourg studieren hingegen nach wie vor fast alle Studierenden des Bistums Sitten, während jene des Bistums Lugano ihr Studium beinahe ausschliesslich an der Theologischen Fakultät in Lugano absolvieren.

Grafik 5.12.1: Verteilung der Theologiestudierenden der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten auf die Theologischen Fakultäten in den Studienjahren 2001/02, 2010/11, 2015/16 und 2018/19

Die Situation in
der Westschweiz

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenDie Situation in der Westschweiz: Universtität Fribourg und IFM

Die Priesteramtskandidaten des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg besuchen mehrheitlich die Theologische Fakultät in Fribourg. Die Mehrzahl der zukünftigen Laienmitarbeitenden des Bistums absolvieren kein universitäres Theologiestudium sondern am Institut romand de Formation aux Ministères (IFM) eine Ausbildung zum Animateur oder zur Animatrice pastoral(e).

Grafik 5.12.2: Verteilung der Theologiestudierenden der Bistümer Basel, Chur, St. Gallen und Sitten auf die Theologischen Fakultäten in den Studienjahren 2001/02, 2010/11, 2015/16 und 2018/19

Anmerkung: Im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg absolvierten alle Priesteramtskandidaten ihr Studium an der Universität Fribourg, im Bistum Lugano besuchten alle 40 Theologiestudierenden die Theologische Fakultät in Lugano. Bei den Angaben der Theologischen Fakultät in Luzern sind auch die Studierenden im Dritten Bildungsweg mit eingerechnet (Abb. 5.12.1 und Abb. 5.12.2).

Die pastorale Einführung

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenDie pastorale Einführung nach dem Studium: 1-2 Jahre

Angehende Priester und Laientheolog(inn)en absolvieren nach Abschluss des Theologiestudiums ein bis zwei Einführungsjahre in die Seelsorge. Diese Einführungszeit wird je nach Bistum Pastoraljahr oder Berufseinführung genannt und endet in der Regel mit der Weihe zum Priester bzw. mit der Verleihung der Institutio (Indienstnahme) an die Pastoralassistent(inn)en. Auf eine Unterscheidung zwischen ständigen Diakonen und Pastoralassistenten wurde verzichtet, da diese zum Zeitpunkt der Berufseinführung meist noch nicht eindeutig vorgenommen werden kann. Wer sich zum ständigen Diakon weihen lässt, ist in der Regel nach der Berufseinführung zuerst einige Jahre als Pastoralassistent tätig. Über den Eintritt ins Pastoraljahr bzw. in die Berufseinführung entscheidet der Regens des zuständigen Bistums.

Tabelle 5.3: Teilnehmer(innen) des Pastoraljahrs/der Berufseinführung nach Bistümern (2001/02–2018/19)

Bistum/Seelsorgende2001/20022002/20032003/20042004/20052005/20062006/20072007/20082008/20092009/20102010/20112011/20122012/20132013/20142014/20152015/20162016/172017/182018/19
Bistum Basel181617121517171412131014117812813
Priesteramtskandidaten431222240302111111
Laientheologen9911879937427434555
Laientheologinnen545266675685633627
Bistum Chur1516191415151115779789712910
Priesteramtskandidaten544331443301212535
Laientheologen651010105681143341531
Laientheologinnen475129133353344234
Bistum St. Gallen456023667343455653
Priesteramtskandidaten000021010010023111
Laientheologen334002523120012232
Laientheologinnen122000134213420310
Bistum Sitten104031202014201000
Priesteramtskandidaten102030002004000000
Laientheologen001000100010101000
Laientheologinnen001001100000100000
Bistum LGF723103021110
Priesteramtskandidaten631332022102011000
Laientheolog(inn)en101001010110
Bistum Lugano666668864436000314
Priesteramtskandidaten666668864436000314
Laientheolog(inn)en000000000000000000
Anmerkung: Im Bistum Basel dauert die Berufseinführung zwei Jahre. Das Bistum St. Gallen stellte 2004/05 ebenfalls auf einen zweijährigen Pastoralkurs um. Deshalb entfielen für dieses Jahr die Abschlüsse. In den beiden Bistümern wurden die Studierenden jeweils im Abschlussjahr gezählt. Bei den Laientheologen wurden auch die zukünftigen ständigen Diakone mitgezählt. Quelle: Regenten der Schweizer Bistümer

Zahlen zur pastoralen
Einführung

 

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenZahlen zur pastoralen Einführung: weniger Priester

In den Studienjahren 2013/14-2018/19 besuchten insgesamt 145 Personen der Diözesen Basel, Chur, St. Gallen und Sitten die Berufseinführung, 2001/02-2006/07 waren es noch 218 Personen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es zwischen den einzelnen Jahren grosse Schwankungen gibt. Analog zur Entwicklung der Zahl der Bistumsstudierenden ist ein Rückgang zu verzeichnen.

Theologiestudierende an den theologischen FakultätenIm Bistum Lausanne-Genf-Fribourg: fast ausschliesslich Priesteramtskandidaten

Das Pastoraljahr des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg wird fast ausschliesslich von Priesteramtskandidaten besucht. Nur vereinzelt sind Laientheolog(inn)en unter den Absolventen. Dies hat auch damit zu tun, dass die für die Personalanstellung zuständigen Vikariate des Bistums für die Laien die Ausbildung zum Animateur und zur Animatrice pastoral(e) am IFM einem universitären Studium vorziehen. Einige Laientheolog(inn)en arbeiten zudem zuerst ausserhalb der Diözese und kehren später wieder ins Bistum zurück.

Grafik 5.13: Teilnehmer(innen) des Pastoraljahrs/der Berufseinführung in den Bistümern Basel, Chur, St. Gallen und Sitten (2001/02–2006/07, 2007/08-2012/13 und 2013/14-2018/19)

Anmerkung: Laientheologen inklusive zukünftige ständige Diakone.